Dramatische Einbrüche bei der Rentenversicherung
Der Gesetzlichen Rentenversicherung geht es deutlich schlechter als von der Bundesregierung prognostiziert. Nach vorläufigen Schätzungen lagen die Beitragseinnahmen in den Sommermonaten unter Vorjahresniveau. Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte für das Gesamtjahr eigentlich ein Einnahmeplus von 0,6 Prozent erwartet. Vor allem im Juli und im August habe es – zunächst bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, dann bei den Landesversicherungsanstalten – einen katastrophalen Einbruch gegeben. Die Ursache dafür waren Kürzungen bei Gehältern und Urlaubsgeld sowie die ungebrochen schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt: Seit Monaten gehen an jedem Werktag etwa 2000 sozialversicherungspflichtige Jobs verloren. Weil in der Rentenkasse zudem die Reserven nahezu aufgebraucht sind, rechnen mehrere Versicherer nun damit, dass ihnen spätestens im Oktober das Geld ausgehen könnte. Für diesen Fall müsste Finanzminister Hans Eichel mit Steuermitteln einspringen. Schlimmstenfalls, heißt es, müsse für das kommende Jahr sogar der Rentenbeitrag von derzeit 19,5 Prozent des Bruttolohns erhöht werden.