"Auf Video wirkt es harmlos" - Formel-1-Pilot Ralf Schumacher im SPIEGEL-Gespräch
Der deutsche Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher fühlt sich wieder fit genug, um Rennen zu fahren. „Die Reflexe sind da“, sagte Schumacher nach seinen ersten Testfahrten im englischen Silverstone in einem Gespräch mit dem deutschen Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Schumacher wird am kommenden Wochenende beim Grand Prix von China wieder für das Team BMW-Williams antreten. Er war am 20. Juni beim Rennen in Indianapolis verunglückt und hatte eine schwere Gehirnerschütterung erlitten, außerdem waren zwei Brustwirbel gebrochen. Die Verletzungen seien vollständig verheilt. „Mir ist nach den ersten Runden klar geworden, wie sehr mir das Rennfahren Spaß macht. So gesehen, hatte die Pause sogar etwas Gutes.“ An den Crash, den ein geplatzter Hinterreifen ausgelöst hatte, könne er sich nicht erinnern. „Die Fernsehbilder von dem Unfall sehe ich wie ein unbeteiligter Zuschauer. Auf Video wirkt es harmlos“, sagte der 29-Jährige. Unverständnis äußerte Schumacher darüber, dass aus seinem Unglück zu zögerlich Konsequenzen gezogen worden und bei ähnlichen Crashs die Rennen nicht unterbrochen worden seien. „Da lagen Karbonteile auf dem Asphalt, so scharf wie Rasierklingen.“ Er spricht sich dafür aus, die Formel-1-Rennwagen einzubremsen, „man muss die Entwicklung stoppen“. Schumacher, der ab 2005 für den in Köln ansässigen Toyota-Rennstall fahren wird, hält BMW-Williams nicht mehr für ein Spitzenteam. „Leider hat es Williams nie geschafft, über eine komplette Saison ein konkurrenzfähiges Auto zur Verfüngung zu stellen.“ Teamchef Frank Williams wirft er vor, eine bereits verabredete Vertragsverlängerung zurückgezogen zu haben, um „noch mal pokern zu können. Dazu habe ich es nicht kommen lassen“.