Zahlreiche Zwischenfälle mit Keramik-Hüftgelenken
Der Einsatz keramischer Materialien galt bislang in der Medizin als bewährte, wenn auch kostspielige Methode, Gehbehinderten wieder auf die Beine zu helfen. Dem Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) liegen nun allerdings Hinweise vor, dass es weit mehr Zwischenfälle mit den künstlichen Hüftgelenken gibt, als die Industrie bislang einräumt. So seien in einem einzigen Krankenhaus innerhalb weniger Monate bei sechs Patienten Keramikköpfe defekt geworden, schreibt der MDS in einem Brief an alle Krankenkassenverbände. Die Beweisführung sei allerdings schwierig: „Ein gebrochener Keramikkopf zerstört in kürzester Zeit auch alle anderen künstlichen Komponenten, so dass die ,Kausalkette‘ nicht nachvollzogen werden“ könne. Der MDS bittet die Kassen deshalb um Mithilfe. Sie sollen jetzt flächendeckend ermitteln, wie viele Fälle es in den vergangenen drei Jahren gab.