"Sofa-Prämie" für deutsche Landwirte
Ein wesentliches Kernstück der europäischen Agrarreform droht diese Woche im Bundesrat zu scheitern. Geplant ist, die Brüsseler Milliarden zum Abbau unsinniger Überschüsse zukünftig nicht mehr nach den produzierten Mengen von Milch oder Getreide auszurichten, sondern zuhnemend nach der Fläche der Höfe. Dafür sollen die Landwirte verpflichtet werden, Regeln für einen „guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand“ auch stillgelegter Böden anzuwenden: regelmäßiges Mähen, Bodenabdeckungen gegen Erosion sowie die Abfuhr des Grünschnitts. Diese nationale Verordnung auf Basis der EU-Gesetzgebung wollen Länder mit starker Bauernlobby, wie etwa Bayern, Niedersachsen oder Sachsen, nun im Bundesrat entschärfen. Danach sollen die Landwirte die Subvention von durchschnittlich 320 Euro pro Hektar Ackerfläche in jedem Fall erhalten – auch mit weniger Öko-Auflagen. Für Umweltministeriale und Ökoverbände sind die „Sofa-Prämien“ an untätige Bauern angesichts der Debatte um Hartz IV „nicht vermittelbar“.