Neues Ermittlungsverfahren gegen Manager der Deutschen Bank
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat in dem Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Chef und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank, Rolf Breuer, die Geschäftsräume der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) durchsuchen lassen. Breuer wird von den Ermittlern wegen seines Verhaltens im Vorfeld der Insolvenz des Medienmoguls Leo Kirch unter anderem "qualifizierte Kreditverleumdung" sowie der "Verrat von Geschäftsgeheimnissen in einem besonders schweren Fall" vorgeworfen. Bei Durchsuchungen von Geschäftsräumen der Bank sowie der Privatwohnung von Breuer jedoch war ein Schreiben der BaFin an das Institut, das in diesem Zusammenhang eine Rolle spielt, nicht aufgetaucht. Auch bei der Vernehmung eines BaFin-Beamten wurde das Schriftstück nicht erwähnt. Als die Ermittler von dem Papier erfuhren, besorgten sie sich beim Amtsgericht Frankfurt einen Durchsuchungsbeschluss. Am 15. Juni dieses Jahres fanden Beamte des Hessischen Landeskriminalamtes dann das entsprechende Dokument - samt weiteren Unterlagen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen "Verantwortliche der Deutschen Bank", so ein Sprecher, zudem ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet - wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung. Denn obwohl die Bank laut einem Richterspruch vom Dezember vergangenen Jahres in zweiter Instanz Kirch gegenüber zu Schadensersatz verurteilt worden ist, hat sie bislang keinerlei Rückstellungen dafür gebildet.