Neue Studie belastet Bundeswehr / Krebskranke Soldaten womöglich Opfer radioaktiver Leuchtfarbe - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Neue Studie belastet Bundeswehr / Krebskranke Soldaten womöglich Opfer radioaktiver Leuchtfarbe

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Durch radioaktive Leuchtfarbe sind womöglich mehrere zehntausend Soldaten der Bundeswehr schwer geschädigt worden. Mit der Farbe wurden unter anderem Instrumente in Cockpits, Panzern und Gefechtsständen bemalt, damit sie im Dunkeln zu erkennen waren. Wenn Soldaten radiumhaltige Farbe aufzutragen hatten, muss laut einer bislang unveröffentlichten Studie des Instituts für Strahlenkunde der Berliner Charité damit gerechnet werden, dass sie der 273fachen Strahlendosis ausgesetzt gewesen sind, die nach den aktuellen Schutzvorschriften einem Normalbürger zugemutet werden darf. Die Studie des Physikers Günter Golde hatten pensionierte Soldaten in Auftrag gegeben, die unter schweren Krankheiten wie Krebs leiden. 1966 hatte die Bundeswehr angeordnet, die radiumhaltige Farbe nicht mehr aufzutragen;1980 wurde zudem beschlossen, alle bemalten Instrumente auszusondern. Zahlreiche Soldaten berichten jedoch, dass die Anordnungen der Bundeswehr nicht konsequent umgesetzt worden seien und sie daher weiterhin der Strahlung ausgesetzt gewesen seien.