Ministerpräsident Erdogan: Türkei akzeptiert nur Vollmitgliedschaft
Die Türkei rechnet für die kommende Woche fest mit einer positiven Empfehlung zum Verhandlungsbeginn über ihren Beitritt zur Europäischen Union. Dies bekräftigte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in einem SPIEGEL-Interview. Eine Verschiebung der Verhandlungen werde sein Land nicht akzeptieren, fügte Erdogan zugleich hinzu. Ebenso schließe Ankara „ergebnisoffene“Verhandlungen, wie sie offenbar derzeit in Brüssel angestrebt werden, aus – und damit eine womöglich nur eingeschränkte Partnerschaft mit der Union. „Das einzige Verhandlungsziel, das wir akzeptieren, ist die Vollmitgliedschaft“, so Erdogan gegenüber dem SPIEGEL. Ob man mit Brüssel fünf, sieben oder zehn Jahre verhandeln müsse, darüber könne man diskutieren – nicht aber darüber, ob die Türkei überhaupt EU-Mitglied werde oder nicht. Diese Frage sei nicht mehr verhandelbar. Die Türkei sei das letzte Tor Europas nach Asien und Asiens Tor zu Europa. Wenn die Europäische Union eine politische Union sein solle und kein ausschließlich christlicher Club, dann müsse die Türkei Teil dieses Zusammenschlusses sein, so der türkische Ministerpräsident gegenüber dem SPIEGEL – sein Land sei eine „ideale Brücke zwischen den Zivilisationen“.