Krebs erregende Färbemittel in Gewürzen - DER SPIEGEL
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Krebs erregende Färbemittel in Gewürzen

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Vorsicht vor bunten Gewürzen aus dem Ausland: Die Lebensmittelüberwachung stößt auf immer neue, teilweise Krebs erregende Farbstoffe. Beanstandete Ware stammt etwa aus Indien und der Türkei, aus Osteuropa und ehemaligen Sowjetstaaten. Im Mai 2003 warnte die EU erstmals vor indischen Chili-Erzeugnissen, die Sudanrot enthielten, ein Krebs erregendes Färbemittel für Schuhcreme und Mineralölprodukte. Dem baden-württembergischen Ernährungsministerium zufolge „reißt die Kette“ an belasteten Proben „in chilihaltigen Produkten seither nicht ab“ – trotz verschärfter EU-Einfuhrkontrollen für die Gewürze. Das Chemische Untersuchungsinstitut Bergisches Land in Wuppertal entdeckte nun zusätzlich Buttergelb in Currygewürz und Nitroanilinrot in Paprikapulver. Auch Buttergelb gehört zur Klasse der so genannten Azofarbstoffe, die als Krebs erregend gelten;Nitroanilinrot ist eigentlich ein Textilfarbstoff. Sudanrot indes fanden Lebensmittelkontrolleure auch in Fertigprodukten wie gefüllten Teigwaren, Würz- und Nudelsoßen sowie in paprikafarbenen, „pikant gewürzten“ Rohwürsten aus Italien und roten Gnocchi-Knödeln. Der Gehalt der illegalen Farbstoffe wird von den Experten als teilweise „sehr hoch“ eingestuft; ein Paprikapulver enthielt stolze vier Gramm Sudanrot pro Kilogramm Gewürz. Möglicher Grund für die Panscherei: Da die lange haltbaren Gewürzmischungen mit der Zeit verblassen, sollen Chemikalien den Farbton künstlich erhalten.