Chancen auf ständigen Sitz im Sicherheitsrat steigen
Deutschlands Chancen auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat haben sich durch den diplomatischen Druck aus der Bundeshauptstadt offenbar erhöht. Nach internen Bewertungen der Redebeiträge von 190 Nationen in der zweiwöchigen Uno-Vollversammlung halten Berliner Diplomaten die Zweidrittelmehrheit der Staaten zur Änderung der Uno-Charta für erreichbar. Weiteres Indiz:Von den 140 Demarchen, mit denen Außenminister Joschka Fischer und seine Botschafter bei Regierungen für die Erweiterung des Sicherheitsrates warben, wurden deutschen Angaben zufolge über hundert positiv beantwortet. Wichtigster Grund für den neuen Schub in New York ist nach Einschätzung Berlins die gemeinsame Kandidatur Deutschlands mit Brasilien, Indien und Japan. Reformgegner Italien, das einen deutschen Sitz verhindern will, erlitt dagegen nach eigener Analyse einen „Rückschlag“:Nur fünf Staaten sprachen sich in New York gegen neue ständige Sitze aus.