Durchsuchung beim Bundeswehrverband
Der Deutsche Bundeswehrverband (DBwV), der die Interessen von 220000 aktiven und ehemaligen Soldaten vertritt, ist ins Visier der Staatsanwaltschaft Bonn geraten. Am vorvergangenen Freitag durchsuchten Fahnder die Bonner Geschäftsstelle. Auslöser ist ein interner Revisionsbericht des Verbands. Darin ist von "unvollständigen" Aktenbeständen die Rede, aber auch von "bewusster Täuschung" sowie von "direkten Verstößen" gegen die verbandsinterne Ordnung für die Gewährung von Rechtsschutz für Soldaten. Ein früherer Mitarbeiter, der als Jurist solche Anträge prüfte, soll Rat suchende Soldaten privat als Mandanten geworben haben. Ihm wurde vor zwei Jahren gekündigt. Aber auch Verbandschef Bernhard Gertz steht unter Beschuss: Er habe von den Machenschaften gewusst und betreibe Vetternwirtschaft, behaupten Kritiker. Außerdem sitze er in zahlreichen Aufsichtsräten jener Versicherungen, die mit dem Bundeswehrverband lukrative Rahmenverträge abgeschlossen haben, was ihm viel Geld einbringe. Gertz weist dies zurück. Er sitze nur in einem Aufsichtsrat und mehreren Beiräten und erhalte dafür "allenfalls 25000 bis 30000 Euro jährlich". Außerdem sei er es gewesen, der den Revisionsbericht in Auftrag gegeben und daraus Konsequenzen gezogen habe.