Krankenkassen-Experten warnen vor möglichen Beitragserhöhungen
Im Gegensatz zu Bundeskanzler Gerhard Schröder und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt rechnen Spitzenvertreter der gesetzlichen Krankenversicherungen nicht damit, dass der Krankenkassenbeitrag von derzeit 14,2 Prozent des Bruttolohns weiter sinken wird. In einer vertraulichen Analyse für den so genannten Schätzerkreis heißt es: "Die vormals hoch gesteckten Erwartungen werden sich nicht erfüllen." Das Potenzial für Beitragssenkungen hätten "die Krankenkassen bereits vollständig weitergegeben". Noch düsterer dürfte es nach Meinung der Experten 2005 aussehen. Dann könnten die Beiträge sogar ansteigen. "Für das nächste Jahr besteht unterm Strich im Durchschnitt aller Krankenkassen ein Beitragssatzerhöhungsdruck von 0,1 Beitragssatzpunkten", heißt es in dem neuen Papier. Schuld an der enttäuschenden Finanzentwicklung sind offenbar die hohe Arbeitslosigkeit sowie Kürzungen bei Löhnen und Gehältern. So müssen die Kassen laut Expertise mit stagnierenden, schlimmstenfalls sogar mit rückläufigen Beitragseinnahmen rechnen. Die Ausgaben hingegen würden nach einer Atempause im ersten Halbjahr 2004 nun wieder anziehen - eine Prognose, die inoffiziell auch Experten des Bundesgesundheitsministeriums bestätigen. Umso wichtiger sei es, so die Einschätzung der Ministerialen, die wenigen profitablen Versicherer wie etwa die AOK Thüringen jetzt dazu zu bewegen, ihre Beiträge zu senken. Schröder hat den reicheren Kassen "harte Auseinandersetzungen" angedroht, sollten sie sich weigern, Überschüsse an die Mitglieder weiterzugeben.