Kosovo Neuer Uno-Verwalter dringt auf Lösung der Status-Frage
Der neue Uno-Verwalter im Kosovo, der dänische Balkan-Experte Sören Jessen-Petersen, will künftig ähnlich hart durchgreifen wie sein Bosnien-Kollege Paddy Ashdown, der bereits viele Reformgegner aus ihren politischen Ämtern entfernt hat. In einem Interview mit dem SPIEGEL drohte Jessen-Petersen, 59, er werde es nicht länger hinnehmen, dass die verfeindeten Volksgruppen der Serben und Albaner ständig neue Hindernisse für ein multiethnisches Kosovo errichten. "Wenn wir spüren, dass es Leute gibt, die etwa systematisch die Rückkehr von Flüchtlingen verhindern", sagte Jessen-Petersen, "werden wir sie erst warnen und danach ihren Rücktritt verlangen." In diesem Zusammenhang kündigte er "robustere Maßnahmen gegen jedermann" an. Mitte kommenden Jahres will der Unmik-Chef prüfen, ob grundlegende rechtliche Standards des Zusammenlebens erfüllt sind. Dann sollen Gespräche über den endgültigen Status der Krisenprovinz beginnen, die völkerrechtlich immer noch zu Serbien gehört. Jessen-Petersen: "Wir werden die Entwicklung bis zur Status-Frage führen. Denn solange die nicht gelöst ist, wird der gesamte Westbalkan nicht zur Ruhe kommen."