BaFin prüft Eröffnung eines Verfahrens gegen TUI-Spekulanten
Die extremen Kursschwankungen der vergangenen Monate beim größten europäischen Reisekonzern TUI könnten schon bald ein juristisches Nachspiel haben. In den kommenden zwei Wochen will die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entscheiden, ob sie wegen illegaler Kursmanipulationen zur Beeinflussung des Börsenwertes ein offizielles Untersuchungsverfahren einleitet. Der Preis der TUI-Aktie war im vergangenen Frühjahr steil abgestürzt, nachdem gemutmaßt worden war, dass der von der Tourismuskrise gebeutelte Urlaubsriese womöglich im September aus dem Dax ausscheiden könnte. In der Folge waren im großen Stil so genannte Hedge-Fonds bei dem bedrängten Betten- und Flugzeug-Multi eingestiegen, um von einem weiteren Absturz des TUI-Papiers zu profitieren. Der Sinkflug der TUIAktie konnte erst gestoppt werden, als Mitte August Gerüchte aufkamen, spanische Hoteliers wollten sich an dem Touristikkonzern beteiligen und ein Aktienpaket von bis zu 30 Prozent an der TUI erwerben, das zurzeit noch die West-LB hält. Neuerdings sind auch Investoren von den Kanaren im Gespräch. Die BaFin begann schon im Sommer, die Ursachen für das extreme Auf und Ab des TUI-Börsenkurses zu analysieren. Nachdem die Prüfungen nun so gut wie abgeschlossen sind und der Dax- Erhalt für die TUI gesichert ist, könnten sich demnächst sogar Staatsanwälte einschalten.