Deutscher Feuerwehrverband am Rand der Pleite
Der Deutsche Feuerwehrverband, die Dachorganisation der über 1,3 Millionen Feuerwehrmitglieder, ist in Finanznot. Seit Jahren schreibt er rote Zahlen, allein für 2005 fehlen der Organisation rund 170000 Euro. Seit Monaten nun diskutieren Bund und Länder, wer das Defizit übernehmen muss. Bundesinnenminister Otto Schily lehnt eine Beteiligung des Bundes kategorisch ab, da Feuerwehr Ländersache sei. Hessen hingegen will den Bund in die Pflicht nehmen. Ein entsprechender Antrag soll auf der Innenministerkonferenz am 18. November in Lübeck verabschiedet werden. Schleswig- Holstein möchte das Defizit des Verbandes aus der Feuerschutzversicherung begleichen und damit den Bund von einer Beteiligung ausnehmen. Aus eigener Kraft kann sich der Feuerwehrverband nicht sanieren. Die Brandbekämpfer leiden unter Absatzproblemen ihres Versandhandels, jahrelang die Cash-Cow des Verbandes. Vor vier Jahren flossen noch rund 100000 Euro aus dem Han-del etwa mit Feuerschutzartikeln in die Kassen, im vorigen Jahr waren es noch 12500 Euro. „Rauchmelder“, klagt Verbandspräsident Hans-Peter Kröger, „gibt es doch inzwischen in jedem Baumarkt.“