Warenhäuser erwarten drastische Preissenkungen bei Textilien / Folge des Falls der Importquoten zum Jahreswechsel
Die Chefeinkäufer von Warenhäusern und Bekleidungskonzernen rechnen laut einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL damit, dass nach dem Fall der Importquoten auf Textilien zum Jahreswechsel die Preise für Kleidungsartikel drastisch sinken werden. „Wenn das Quotensystem beseitigt ist, wird dies höchstwahrscheinlich zu niedrigeren Konsumentenpreisen führen“, sagt Karl Gunnar Fagerlin, weltweiter Produktionschef von Hennes & Mauritz. Ähnlich äußern sich die Einkaufschefs deutscher Warenhauskonzerne: „Durch niedrigere Einkaufspreise im Basic, also nicht im modischen Bereich, wird es durch den Konkurrenzdruck zur Weitergabe der verbesserten Einkaufspreise kommen“, sagt Helmut Klier, Einkaufsvorstand der Karstadt Warenhaus AG. Auch sein Kollege von Kaufhof, Ralf Pütmann, erwartet, dass in allen Sektoren, in denen es auf Masse ankommt, „der Preis noch weiter nachgeben wird“. Vom 1. Januar an fallen in der Europäischen Union und in Nordamerika die Einfuhrquoten auf sämtliche Artikel im Textil- und Bekleidungsgewerbe. Bislang musste China sich an exakt festgelegte Mengenkontingente halten. Die Konzerne in den Abnehmerländern stellen sich bereits jetzt darauf ein, zunehmend Waren in der Volksrepublik zu ordern. „Der China-Anteil wird steigen“, sagt Karstadt-Vorstand Klier. Auch der Versandhandelsriese Otto wird voraussichtlich „in China mehr Artikel und auch in größeren Mengen einkaufen“, sagt der Importdirektor Eckhardt Fechtner – insbesondere bisher einfuhrbeschränkte Produkte wie Hosen, Jeans, Pullover und Damen-Unterwäsche.