US-Präsident Bush zeichnet deutsche Sowjetagenten aus
Die Regierung Bush hat erstmals Deutsche ausgezeichnet, die während des Zweiten Weltkriegs für die Amerikaner kämpften. Anton Ruh und Paul Lindner waren im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes OSS – eines Vorläufers der CIA – am 2. März 1945 in der Nähe Berlins abgesprungen; sie sollten andere Hitler-Gegner kontaktieren und Informationen für den alliierten Bombenkrieg liefern. Beide haben den Einsatz überlebt, sie starben in den sechziger Jahren und bekommen nun postum den „Silver Star“ verliehen, eine hohe militärische Auszeichnung. Für die Ehrung hat sich auch die New Yorker Senatorin Hillary Clinton eingesetzt. Wie Recherchen des SPIEGEL belegen, waren Ruh und Lindner jedoch sowjetische Agenten, die der militärische Nachrichtendienst Moskaus 1944 an die Amerikaner herangespielt hatte, um den OSS auszuspionieren. Beide erfüllten den Auftrag und machten später in der DDR Karriere.