Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Manager des VfL Bochum
Die Führung des Fußballbundesligisten VfL Bochum ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Justiz ermittelt gegen einen ehemaligen und einen jetzigen Manager des Clubs wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Vergangenen Mittwoch hatten Fahnder neben den Privaträumen der Beschuldigten auch die Geschäftsräume des Vereins durchsucht und Transferverträge, Spielerakten sowie Banküberweisungen der vergangenen Jahre in einem Raum versiegelt. Hintergrund der Aktion sollen nicht versteuerte Handgeldzahlungen sein. Laut Durchsuchungsbeschluss stehen die beiden VfL-Manager im Verdacht, es "veranlasst und genehmigt zu haben, dass Spieler und Spielervermittler seit 1998 Sonderzahlungen und Sachzuwendungen erhielten, die diese im Einvernehmen mit den Beschuldigten in ihren Einkommenssteuererklärungen bewusst nicht erklärt haben". So soll beispielsweise der heute für Hertha BSC spielende Mittelfeldregisseur Yildiray Bastürk im August 2000 eine "Sonderzahlung" von 300 000 Mark über eine Scheinrechnung einer Firma namens Cellimpex in Dubai vom VfL bekommen und diese nicht angegeben haben. Bastürks Berater soll 200 000 Mark "Vermittlungsgebühr" nicht versteuert haben. Die zwei verdächtigen Club-Oberen seien in die Zahlungen überhaupt nicht involviert gewesen, sagt VfL-Anwalt Günter Bernhörster. Auch Bastürks Anwalt Matthias Koch bestreitet die Vorwürfe: "Da ist nichts dran." Ausgangspunkt der Ermittlungen ist ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen den ehemaligen VfL-Manager Klaus Hilpert von Mitte dieses Jahres.