ThyssenKrupp will sich von RAG-Anteilen trennen
ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz will sich vom rund 20-prozentigen Anteil seines Konzerns an der Essener RAG trennen. Dies sagte Schulz in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Er sei "zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr zu einer Lösung kommen werden". Schulz äußerte sich dabei auch kritisch zu den Plänen von RAG-Chef Werner Müller, das deutsche Kohle- und Koksgeschäft weiter auszubauen. Gegen eigene Investitionen des Essener Konzerns würde Schulz sein Veto im Aufsichtsrat einlegen, weil das "wirtschaftlicher Unsinn" wäre. Müllers Pläne für eine neue Zeche nehme "niemand wirklich ernst, auch ich nicht", so Schulz.
Scharfe Kritik äußerte er auch an der Politik von Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Der Ausbau von Windparks in Deutschland ist für Schulz "der pure Wahnsinn in ideologischer Perfektion". Windenergie werde heute schon höher subventioniert als die deutsche Steinkohle. Dabei wisse jeder, "der auch nur einen Hauch naturwissenschaftlicher Ahnung hat, dass man mit Wind in Deutschland niemals konkurrenzfähigen Strom erzeugen kann".
Die Aussichten für seinen Konzern bewertete Schulz dem SPIEGEL gegenüber äußerst positiv. Er sei überzeugt, dass die weltweit hohe Stahlnachfrage in den nächsten Jahren anhalten werde. Zudem kündigte er einen drastischen Abbau der bislang vier Milliarden Euro hohen Schulden an: "Unsere Schulden werden schon bald unter drei Milliarden liegen."