Neue Wirtschafts-Weise Weder di Mauro glaubt nicht an Wachstumskerne in Ostdeutschland / Kritik an Mitbestimmung - DER SPIEGEL
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Neue Wirtschafts-Weise Weder di Mauro glaubt nicht an Wachstumskerne in Ostdeutschland / Kritik an Mitbestimmung

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Beatrice Weder di Mauro, 39, neues Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, glaubt nicht mehr an die vielfach propagierte Förderung so genannter Wachstumskerne in Ostdeutschland. Dass sich solche Regionen „schneller entwickeln, hat sich nicht bewahrheitet“, sagte sie dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. „Branchenspezifische Hilfen scheinen dort vielversprechender zu sein.“ Was den Aufbau der neuen Länder angeht, erwarte sie sich „keine Wunder“. Die Mainzer Ökonomie-Professorin sprach sich zudem für eine weiter gehende Debatte um Flächentarifvertrag und Mitbestimmung aus: „Ich will den Flächentarif nicht abschaffen. Aber viele Entscheidungen können heute besser in den Unternehmen gefällt werden.“ Die deutsche Mitbestimmung habe sich zwar bewährt, „aber der Einfluss der Arbeitnehmer im jeweiligen Unternehmen muss zum Nachteil externer Arbeitnehmervertreter gestärkt werden“, sagte sie dem SPIEGEL. Auch über die Abschaffung von Feiertagen müsse nachgedacht werden: „Der Kalender hat durchaus großen Einfluss aufs Wachstum. Bislang ist das dem Zufall überlassen. Das könnte man genauer steuern.“ Außerdem erwartet sich Weder di Mauro eine Erhöhung der Mehrwertsteuer: „Es wird in die Richtung höherer Umsatzsteuern und niedrigerer Einkommen- und Körperschaftsteuern gehen“, sagte sie in ihrem ersten großen Presse-Interview seit ihrer Berufung in den Kreis der „Fünf Weisen“. Was ihre eigenen theoretischen Grundlagen angeht, will sich Weder di Mauro dagegen wehren, „in ein Klischee gepresst zu werden. Ich hasse Schubladen“. Dieser Wunsch nach Einordnung sei aber wohl „ein deutsches Phänomen“, meinte die gebürtige Schweizerin. Sie zeigte sich auch verwundert, „dass mein Geschlecht hier zu Lande Diskussionsstoff geliefert hat. Was die Normalität von Frauen in Führungspositionen angeht, mag die Bundesrepublik also noch einen gewissen Nachholbedarf haben“, sagte sie dem SPIEGEL.