Bundeswehr gerät in Kosovo-Affäre unter Druck
In der Affäre um die serbenfeindlichen Ausschreitungen im Kosovo gerät die Bundeswehr in Erklärungsnot. Die Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags untersuchen, welchen Kontakt Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst (BND) zu einem Kosovo-Albaner namens Samedin Xhezairi unterhielten, der mutmaßlich an der Vorbereitung der Krawalle im März beteiligt war, bei denen 19 Menschen ums Leben kamen. Die Bundeswehr nutzte offenbar den Mann als Informanten, hatte dessen Rolle bei den Ausschreitungen aber unterschätzt. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll Xhezairi entgegen eigener Aussagen zu dem fraglichen Zeitpunkt nicht als Quelle für den BND gearbeitet haben. Der Geheimdienst habe Xhezairi zwar im September 2003 kontaktiert, aber anschließend auf eine dauerhafte Zusammenarbeit verzichtet. Der Mann gilt im Kosovo als graue Eminenz mit guten Kontakten ins kriminelle Milieu und zu diversen Geheimdiensten. Das Kontrollgremium will außerdem klären, ob Bundeswehr und BND Informationen aus abgehörten Telefonaten vorlagen, die auf die Krawalle hindeuteten.