Behörde sichert eigenen Fortbestand durch schlampige Arbeit - DER SPIEGEL
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Behörde sichert eigenen Fortbestand durch schlampige Arbeit

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Behörden-Missmanagement ungewöhnlichen Ausmaßes beschäftigt die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken. Fast 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeiten im Saarland immer noch 35 Mitarbeiter an über 800 Kriegs-Entschädigungsanträgen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen stehen dagegen nur noch 17 unerledigte Fälle an. Die Saumseligkeit der Saarländer, so der Verdacht der Staatsanwaltschaft, hat womöglich System: Die Beamten wollten so ihren Arbeitsplatz sichern. Prüfer des Bundesrechnungshofes hatten moniert, dass im Saarbrücker Ausgleichsamt Anträge unmittelbar vor Fristablauf gezielt akquiriert, manipuliert, zu Unrecht beschieden oder bewusst liegen gelassen wurden. Der Schaden könnte im zweistelligen Millionen-Bereich liegen. Die Prüfer stellten fest, dass in der Behörde mit ihren jährlich 2,1 Millionen Euro Personal- und Sachkosten offenbar die Arbeit verzögert werde, "um letztlich den Fortbestand des Amtes in seiner heutigen personellen und organisatorischen Struktur zu sichern". Der Fachaufsicht konnte das Saarbrücker Missmanagement kaum auffallen. Die zuständige Abteilung beim Bundesausgleichsamt wurde vor zehn Jahren aufgelöst.