CDU-Chefin Angela Merkel äußert Bedenken gegen designierten CDA-Vorsitzenden Karl-Josef Laumann
Bei der Debatte über die Nachfolge des zurückgetretenen CDA-Vorsitzenden Hermann- Josef Arentz hat Angela Merkel überraschend Bedenken gegen den favorisierten Bundestagsabgeordneten Karl-Josef Laumann angemeldet. Die CDU-Chefin erklärte zwar in internen Beratungen, der gelernte Maschinenschlosser könne den Vorsitz der Arbeitnehmerorganisation der Partei glaubwürdig ausfüllen. Ihrer Ansicht nach komme der 47-Jährige aber in einen kaum überbrückbaren Interessenkonflikt, weil er derzeit schon der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit in der Unionsfraktion vorstehe und damit auch die Belange der Unternehmer im Blick haben müsse. Merkel möchte Laumann als neue Führungsfigur der CDU aufbauen und hat ihm deswegen bereits den Weg ins Präsidium geebnet. Sollte er CDA-Chef werden, könnte er gezwungen sein, Position gegen den Reformkurs der Oppositionsführerin zu beziehen. Die Entscheidung über die Arentz-Nachfolge wird voraussichtlich am 20. Dezember auf einer außerordentlichen Sitzung des CDA-Vorstands fallen. Bislang gibt es zu Laumann keine ernsthafte Alternative.