Händler unterlaufen die Pfandgesetze
Knapp zwei Jahre nach der Einführung des umstrittenen Dosenpfands werden in Deutschland immer noch Millionen Dosen und Einwegflaschen ohne das gesetzlich vorgeschriebene Pfand verkauft. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe berichtet, tummeln sich die Pfand-Piraten vor allem auf sogenannten Großmärkten, wo sich Kioskbesitzer, Dönerbuden und Tante-Emma-Läden unter anderem mit ausländischem Mineralwasser in Pet-Flaschen versorgen. Bis zu einer Milliarde Dosen und Pet-Flaschen, so schätzen Experten, kommen so in diesem Jahr in Deutschland ohne Pfand auf den Markt. Trotz klarer Hinweise werden die zuständigen Umweltämter in den Städten selten aktiv, berichtet der SPIEGEL. Auch bei den großen Handelsketten gibt es noch Probleme mit dem Pfand. So erwirkte die Deutsche Umwelthilfe vergangene Woche nach Informationen des SPIEGEL eine einstweilige Verfügung gegen die südddeutsche Supermarktkette Netto, die bei der Rückgabe von Einwegflaschen immer noch einen speziellen Bon als Voraussetzung für die Pfandrückzahlung verlangte. Diese Praxis wurde nun unter Androhung einer Ordnungsstrafe von bis zu 250 000 Euro untersagt.