Opel-Betriebsratschef Franz erwartet harte Verhandlungen über Standorte / Sicherung von Bochum "extrem schwer"
In den anstehenden Gesprächen über die Zukunft der Opel-Standorte rechnet der Betriebsratschef Klaus Franz mit harten Verhandlungen. Insbesondere werde es "extrem schwer, Bochum als Produktionsstandort über das Jahr 2010 hinaus zu sichern", sagte Franz in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Es wäre töricht, die Fertigung in Nordrhein-Westfalen zu beenden, wo die Marke Opel traditionell am stärksten verhaftet sei, warnte der Gesamtbetriebsratchef: "Die Kunden würden das bestrafen." Franz strebt einen Zukunftssicherungsvertrag bis 2010 an, in dem auch die Produktionsorte des nächsten Astra-Modells festgelegt werden sollten, um Bochum abzusichern. "Das wird eine harte Nuss", räumte Franz ein. In dem SPIEGEL-Interview kündigte der Betriebsratschef an, dass er bei den Verhandlungen zu Zugeständnissen im Hinblick auf übertarifliche Leistungen bereit sei. Außerdem schlug er vor, die Arbeitszeiten weiter zu flexibilisieren und einen Arbeitszeitkorridor zwischen 30 und 40 Stunden einzuführen, dessen Laufzeit dem Lebenszyklus eines Automodells entsprechen sollte, also etwa sechs Jahre. "Wenn wir ein neues Modell einführen, wird bis zu 40 Stunden gearbeitet; wenn später die Nachfrage sinkt, entsprechend weniger." Franz forderte die Gewerkschaften auf, ihren tarifpolitischen Kurs zu ändern. In den kommenden Jahren sollten sie sich auf die Frage der Arbeitsplatzsicherung konzentrieren, empfahl der Arbeitnehmervertreter: "Wir brauchen mehr Öffnungsklauseln, mehr Differenzierungen in den Betrieben." Der Flächentarifvertrag verliert nach Ansicht von Franz seine Bedeutung, er müsse neu definiert werden: "Er muss breitere Begrenzungen setzen und den Betrieben mehr Spielraum lassen."