Aufsichtsräte werfen Leiter des Europäischen Medieninstituts Versagen vor
Massiven Vorwürfen sieht sich die Leitung des Europäischen Medieninstituts ausgesetzt, die auch die NRW-Medienpolitik in ein schlechtes Licht rücken. Dem Leiter des mit umfangreichen Landesmitteln finanzierten Instituts am Düsseldorfer Medienhafen, Jo Groebel, wird von Aufsichtsratsmitgliedern "Versagen" und eine "skrupellose Sanierung" vorgeworfen. Dies geht aus Schreiben des Intendanten des niederländischen öffentlichen Rundfunks, Joop Daalmeijer, und seines BBC-Kollegen, Stephen Whittle, hervor, die dem Institut als Aufsichtsräte angehörten und sich Anfang Dezember in einer "delikaten Angelegenheit" an den Medienausschuss des NRW-Landtags wandten. Mit harschen Worten wird Groebel für die im Oktober aus Geldmangel beschlossene Schließung des Instituts und nun anstehende Entlassung aller Mitarbeiter verantwortlich gemacht: Groebel habe nicht nur "das Institut im Stich gelassen", sondern auch durch "seine exzessiven Reisen und persönlichen Ausgaben die Kosten erhöht". Empört zeigen sich die beiden aus Protest gegen die Vorgänge zurückgetretenen Kontrolleure, dass Groebel das Institut nun im Ein-Mann-Betrieb weiterführen soll, während die Mitarbeiter mit 500 Euro abgefunden würden: "Aus einer Prüfung der Kompetenz des Generaldirektors ging sein Versagen deutlich hervor, aber es wurde nichts unternommen", so Daalmeijer. Nun sollten die Parlamentarier prüfen, "wie die Finanzpolitik zu einem regelrechten Fiasko geführt hat und wie die Aufsicht des Subventionsgebers ausgeführt wurde". Groebel dagegen weist die Kritik "entschieden" als "unsachlich" zurück. Das Vorgehen der beiden Aufsichtsräte sei "befremdlich".