Berliner Anwälte planen rechtliche Schritte gegen Pfizer wegen Herz-Kreislauf-Risiken des Schmerzmittels Celebrex - DER SPIEGEL
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Berliner Anwälte planen rechtliche Schritte gegen Pfizer wegen Herz-Kreislauf-Risiken des Schmerzmittels Celebrex

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wie der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe berichtet, planen vier Berliner Kanzleien gegen den US-Pharmakonzern Pfizer rechtliche Schritte einzuleiten. Am Freitag vergangener Woche war bekannt geworden, dass der von Pfizer produzierte Cox-2-Hemmer Celebrex in einer Studie ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle gezeigt hatte. Nach einem ähnlichen Studienergebnis hatte Ende September der Pfi- zer-Konkurrent MSD seinen Cox-2-Hemmer Vioxx vom Markt genommen. Bei den Berliner Anwälten haben sich seitdem bereits über 1000 Vioxx-Betroffene gemeldet. Inzwischen, berichtet einer der Anwälte, Andreas Schulz, riefen auch viele Menschen an, die nach der Vioxx-Rücknahme mit Celebrex weiterbehandelt worden seien. Schulz und seine Kollegen prüfen jetzt außerdem, ob auch für Patienten, die mit den ebenfalls stark in die Kritik geratenen Cox-2-Hemmern Bextra (Pfizer) und Arcoxia (MSD) behandelt werden, Ansprüche geltend gemacht werden können. „Europaweit könnten insgesamt etwa 10000 Menschen betroffen sein“, sagt Schulz. Pfizer will vor einer abschließenden Bewertung der Celebrex-Risiken zunächst auch die Ergebnisse zweier Studien auswerten, die für das Medikament positiv ausgefallen sind. „Wir stehen hinter Celebrex“, erklärte die Medizinische Direktorin Gail Cawkwell. Die europäische Arzneimittelbehörde Emea hat das nach dem Vioxx-Skandel aufgenommene Risikobewertungsverfahren der Cox-2-Hemmer erheblich beschleunigt und will im Januar weiter über das Schicksal der Substanzen beraten. Die in Sachen Celebrex federführende schwedische Aufsichtsbehörde warnt bereits vor einer breiten Anwendung des Medikaments. Auf ihrer Homepage empfiehlt sie Celebrex, wenn überhaupt, nur noch bei Patienten mit einem hohem Risiko für Magendarmblutungen anzuwenden.