Soziales Engagement SAP-Gründer Plattner liest Deutschlands Reichen die Leviten
"Vermögende hierzulande sollten ihre Kreativität nicht so sehr darauf vergeuden, dauernd nach Steuerschlupflöchern zu suchen", sagte er dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. "Steuertricks bringen keine Innovationen, keine Produktivität, keine Jobs." Plattner geht davon aus, dass viele Reiche in Deutschland "einen Teil ihres Reichtums den komfortablen Rahmenbedingungen verdanken und schon deshalb eine gewisse Spendenbereitschaft von ihnen erwartet wird". Gerade im Bildungssektor dürfe man den Staat "nicht mit den Kosten allein lassen. Da braucht es das Engagement von Unternehmen wie vermögenden Privatleuten". Nur über Steuern sei die für die Bundesrepublik so entscheidende Bildung "gar nicht finanzierbar". Mit seinem eigenen Engagement an der Universität Potsdam, wo Plattner rund 200 Millionen Euro in ein nach ihm benanntes IT-Institut investieren will, ist er derweil nicht zufrieden. Dem Institut fehle es an geeigneten Bewerbern, "deshalb muss da auch was passieren: Marketing, Wissenschaftswerbung, Imagekampagne, Veranstaltung von Kongressen. Da helfe ich ab jetzt mit", so Plattner zum SPIEGEL. Nach seinen Angaben droht ihm 2005 zudem eine Steuernachzahlung in Millionenhöhe, die seine Spendenfreude "doch erheblich reduziert". Grund: Wenn seine Stiftung für den Potsdamer Studienbetrieb Plattners SAP-Aktien verkaufe, werde darauf Kapitalertragsteuer fällig: "Die Dummheit des Systems ist, dass dieser Passus im deutschen Stiftungsrecht überhaupt existiert - anders als in den USA. Meine Dummheit ist, dass ich davon schlicht nichts wusste."