Bundessozialministerin Schmidt will per Gesetz Fitness fördern
Vorsorgen ist besser als Bohren - diese Erkenntnis ist jetzt in der Politik angekommen. Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) wird darum Ende des Monats ein Präventionsgesetz in den Bundestag einbringen. "Viele Erkrankungen können vermieden werden, wenn sich Menschen gesünder ernähren und mehr bewegen", so die Ministerin, die selbst mehrmals die Woche morgens zum Sport geht. Experten des Robert-Koch-Instituts sehen große Potentiale beispielsweise bei den Herz-Kreislauf-Problemen, unter denen jeder vierte erwachsene Deutsche leidet, und bei den chronischen Rückenleiden, die jährlich rund 26 Milliarden Euro Kosten verursachen. Eine Bundesstiftung soll Präventionsziele festlegen und Kampagnen, beispielsweise gegen das Rauchen, entwickeln. 270 Millionen Euro bringen dafür jährlich die gesetzlichen Sozialversicherungen und die Bundesagentur für Arbeit auf. "Mehr Prävention ist bitter nötig", sagt Rolf Stuppardt, Vorsitzender des Bundesverbands der Innungskrankenkassen. Er setzt sogar auf Kochkurse für Mütter, die vielfach erst lernen müssten, dass es auch Alternativen zu Fritten und Pizza in der Kinderernährung gibt.