Nach Islamisten-Razzia: Verdacht gegen V-Mann
Unter den mutmaßlichen Islamisten, gegen die die Staatsanwaltschaft München vergangene Woche mit einer bundesweiten Razzia vorging, befindet sich auch ein ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes. Der Neu-Ulmer Imam Yehia Y., 46, lieferte dem baden-württembergischen Landesamt für Verfassungsschutz von 1996 bis 2002 Informationen über die islamistische Szene. Die Ermittler verdächtigen ihn, Mitglied einer kriminellen Vereinigung zu sein, die unter anderem Pässe gefälscht und Personen eingeschleust haben soll. Zu den Beschuldigten gehört auch Y.'s Sohn Omar, der zurzeit in Abschiebehaft sitzt. Festgenommen wurde der einstige Zuträger der Behörden allerdings nicht - er war für die Ermittler unauffindbar. Y. muss nun die Abschiebung in seine ägyptische Heimat fürchten. Haftbefehl erließen die Richter auch gegen den Düsseldorfer Quissam Ahmed G., der die Terrorgruppe al-Tawhid unterstützt haben soll und seit Mitte 2002 gesucht wurde. Aus abgehörten Telefonaten mit Tawhid-Anhängern soll unter anderem hervorgehen, dass er eine Waffe mit 50 Schuss Munition, in der Codesprache "Fernseher mit 50 Kanälen" genannt, besorgen wollte. Einer Zeugenaussage zufolge soll G. überdies eine CD mit einer Anleitung zur Herstellung von Sprengstoff aufbewahrt haben.