Entführungsfall belastet deutsch-amerikanisches Verhältnis - DER SPIEGEL
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Entführungsfall belastet deutsch-amerikanisches Verhältnis

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Die Bundesregierung fürchtet eine Belastung der deutsch-amerikanischen Beziehungen durch den Fall des entführten Deutschen Khaled al-Masri, 41. Der "spektakuläre Vorgang" habe "hohe Brisanz", heißt es in Berlin. Neben den Sicherheitsbehörden sind auch Kanzleramt und Auswärtiges Amt mit der Aufklärung befasst. Masri beschuldigt die US-Administration, ihn Ende 2003 in Mazedonien gekidnappt und fünf Monate lang in Afghanistan verhört und gefoltert zu haben. Grund sei eine angebliche Mitgliedschaft bei al-Qaida gewesen. Inoffiziell haben die Amerikaner mittlerweile Bedauern über den Zwischenfall signalisiert. Offenbar ist der gebürtige Libanese aus Neu-Ulm mit einem gleichnamigen Terrorverdächtigen verwechselt worden, der die Hamburger Todespiloten um Mohammed Atta gekannt haben soll. Der innenpolitische Sprecher der SPDBundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, sagt, dass der Vorgang "parlamentarisch mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt" werde. Der Fraktionsvize der Union, Wolfgang Bosbach, verlangt eine Stellungnahme von der Bundesregierung. In Erklärungsnot geraten die US-Behörden auch durch ein offizielles Ermittlungsverfahren. Der Münchner Staatsanwalt Martin Hofmann, der den Vorwürfen Masris nachgeht, will in Washington mit einem offiziellen Rechtshilfeersuchen auf Auskunft drängen. Der Anwalt Masris, Manfred Gnjidic, erwägt zudem eine Zivilklage in den USA.