TUI-Chef rechnet erst in vier bis sechs Wochen mit genauen Tsunami-Opferzahlen / Appell, den politischen Druck zur Einführung eines Frühwarnsystems zu erhöhen - DER SPIEGEL
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TUI-Chef rechnet erst in vier bis sechs Wochen mit genauen Tsunami-Opferzahlen / Appell, den politischen Druck zur Einführung eines Frühwarnsystems zu erhöhen

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TUI-Chef Michael Frenzel erwartet erst "in vier bis sechs Wochen" genaue Zahlen über tote, verletzte und vermisste Urlauber der Tsunami-Flutkatastrophe. "Wir verstecken uns da nicht, wollen aber auch unnötige Hysterie vermeiden", sagte der Vorstandschef von Europas größtem Tourismuskonzern dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Bislang ändern sich die Zahlen jeden Tag." Die große Zahl der Alleinreisenden mache "genaue Übersichten schwierig". Unter den bislang bekannten Opfern seien auch fünf Mitarbeiter seines Konzerns.

Neben dem aktuellen Krisenmanagement sei Prävention nun das wichtigste Thema für die Zukunft. Es gebe erste Kontakte zwischen Tourismusbranche, Auswärtigem Amt und dem Geoforschungszentrum Potsdam, Reisewarnungen "künftig auch auf den Bereich Erdbeben auszudehnen", sagte er dem SPIEGEL weiter. Außerdem appellierte er, den "politischen Druck" zu erhöhen, "damit etwa ein Tsunami- Frühwarnsystem installiert werden kann".

TUI fliegt ab Februar wieder Phuket und Sri Lanka an. Frenzel rechnet damit, dass sein Konzern bereits "in wenigen Wochen wieder 90 Prozent unserer gesamten Hotel- Infrastruktur in Südostasien zur Verfügung haben" wird. Dennoch reagierte er mit Abscheu auf Fotos von Touristen, die schon wenige Tage nach der Flutkatastrophe wieder an den zerstörten Stränden sonnenbadeten: "Es gab da wirklich entsetzliche Fotos", so Frenzel zum SPIEGEL. "Das ist nicht schön, muss ich ganz deutlich sagen. Denn es gibt angesichts der grausamen Geschehnisse doch auch eine Zeit der Trauer und der Betroffenheit."