Deutscher Forscher soll Mekka vor Massenpaniken der Pilger schützen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutscher Forscher soll Mekka vor Massenpaniken der Pilger schützen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit deutscher Hilfe sollen Muslime ihre Pilgerreisen nach Mekka in Zukunft unbeschadet überstehen. Panikforscher der Technischen Universität Dresden arbeiten derzeit an Computersimulationen. Auf deren Grundlage werden dann Verbesserungsvorschläge gemacht, die die häufigen Massenpaniken am Berg Arafat verhindern sollen. Zur Hadsch, der jährlichen Pilgerreise nach Mekka, kamen vergangene Woche über zwei Millionen Gläubige. In dem Gedränge verletzten sich fast 76 000 Muslime. Da Saudi-Arabien in Zukunft bis zu fünf Millionen Menschen erwartet, sollen die Pilgerstätten neu gestaltet werden. Besondere Risiken für Gläubige bergen drei die Versuchung des Teufels symbolisierende Säulen, die jeder Muslim mit jeweils sieben Steinen bewerfen soll. Um die Säulen drängeln sich bisweilen bis zu 200000 Pilger. Kommen derart gewaltige Menschenmassen plötzlich zum Stillstand, so Dirk Helbing vom Institut für Wirtschaft und Verkehr der TU Dresden, wirken auf die vorderste Menschenreihe Kräfte ein, die dem Gewicht eines Kleinwagens entsprechen können. In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt sucht der Physiker nun nach "besseren aerodynamischen Eigenschaften für vorbeifließende Personenströme". Etwa durch besonders geformte Geländer, die den Druck aus den Menschenm,assen nehmen. Die Erkenntnisse sollen auch dazu dienen, Massenveranstaltungen im Westen sicherer zu gestalten.