Springer-Chef Döpfner verhandelt über die Mehrheit an ProSiebenSat.1
Der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner und sein Finanzvorstand Steffen Naumann weilen an diesem Wochenende in Los Angeles, um mit dem Haupteigentümer der ProSiebenSat.1 Media AG, Haim Saban, die Chancen für die Übernahme der Stimmrechtsmehrheit an der Senderfamilie auszuloten. Wie unternehmensnahe Kreise dem SPIEGEL bestätigten, sieht der Axel-Springer-Verlag in der Mehrheitsübernahme eine "interessante Perspektive". Saban-Chefunterhändler Adam Chesnoff dementierte gegenüber dem SPIEGEL derweil erneut jegliche Verkaufsabsichten: "Wir sind sehr glücklich mit unserem Investment in Deutschland, und an unserer Position hat sich nichts geändert". Tatsächlich könnte Saban nach Auskunft von Insidern dem Unternehmen "in der einen oder anderen Form" erhalten bleiben, auch wenn seine sechs Mitinvestoren aus der Private-Equity-Branche ihre Anteile verkaufen. Nach SPIEGEL-Informationen wurden unterdessen auch mit großen amerikanischen Medienunternehmen Sondierungsgespräche geführt - darunter mit Viacom, das in Deutschland zuletzt die Viva Media AG übernommen hatte, mit Rupert Murdoch sowie mit General Electric, das hierzulande über seine Tochter NBC Universal die Spartenkanäle 13th Street und Sci Fi betreibt.