Ex-Finanzminister Waigel wird Sonderberater des mazedonischen Ministerpräsidenten
Sperrfrist: Samstag, 29. Januar 2005, 10.30 Uhr SPIEGEL:
Ein neues Betätigungsfeld hat der ehemalige Finanzminister Theo Waigel, 65, gefunden: Er soll in Mazedonien Sonderberater des neuen Ministerpräsidenten Vlado Bukovski werden. Der seit Mitte Dezember amtierende Sozialdemokrat hatte Waigel kurz vor Weihnachten angeschrieben; ein erstes Gespräch Anfang Januar war so harmonisch verlaufen, dass der Ex-Minister spontan zusagte. Waigel versteht sich nicht nur als Haushalts-, Finanz- und Steuerberater. Er will seine Erfahrung auch bei der Bekämpfung von Korruption, dem Aufbau einer funktionierenden Justiz und der Werbung um Investoren einbringen. Der Deutsche, der "zu Land und Leuten vorher keinen Kontakt" hatte, wie er offen einräumt, will "ein paarmal im Jahr" nach Skopje reisen. Noch ungeklärt sind Honorar und Geldgeber für den Beratungsjob. In mazedonischen Medien ist von 10000 Dollar pro Monat die Rede, Waigel sagt dazu, die Honararfrage sei noch ungeklärt. Ob die Regierung Mazedoniens, die EU oder - wie in vergleichbaren Fällen - das deutsche Entwicklungsministerium dafür aufkommt, ist noch nicht entschieden.