Löst auch Vioxx-Nachfolger Herzinfarkte aus?
Nach dem Skandal um das Schmerz- und Arthrosemittel Vioxx versucht der Pharmakonzern MDS, deutschen Patienten ein neues Präparat mit dem Namen Arcoxia (Werbeslogan: "Stärke, die bewegt") als Alternative zu verkaufen. Das Mittel gehört ebenso wie Vioxx zur umstrittenen Wirkstoffgruppe der Cox-2-Hemmer und ist derzeit in Europa, nicht aber in den USA zugelassen - und dabei könnte es auch bleiben. Denn in einer Studie für die amerikanische Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA kommen die Autoren zum Schluss, der Arcoxia-Wirkstoff Etoricoxib schneide "im Vergleich zu anderen Wirkstoffen am schlechtesten ab", wenn es um Nebenwirkungen wie Herzinfarkte geht. Etoricoxib biete außerdem höchstens eine "marginal" bessere Magen-Darm-Verträglichkeit als andere Schmerzmittel. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA überprüft derweil die Zulassung aller Cox-2- Hemmer. Der zuständige Ausschuss trifft sich diese Woche in London - auch um die Genehmigung für Arcoxia noch einmal neu zu diskutieren, teilte das Amt mit. "Man kann nur hoffen, dass die Behörde die Zulassung zurücknimmt", so Wolfgang Becker-Brüser vom pharmakritischen "arzei-telegramm". MSD hingegen sieht in seinem Mittel eine "wertvolle therapeutische Alternative".