Entlassener RTL-Chef Marc Conrad ratlos über eigenen Rauswurf - DER SPIEGEL
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Entlassener RTL-Chef Marc Conrad ratlos über eigenen Rauswurf

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Der vergangene Woche entlassene RTL-Chef Marc Conrad zeigte sich im Gespräch mit dem SPIEGEL konsterniert und ratlos über das abrupte Ende seiner Amtszeit. Auf notwendige Kurskorrekturen sei er zu keiner Zeit aufmerksam gemacht worden: "Eine Vorwarnung hat es nicht gegeben", betonte Conrad. Was schief gelaufen ist, wisse er nicht, er suche selbst nach Antworten. Traurig sei er, sagte Conrad weiter, dass ihm nicht die Gelegenheit gegeben worden sei zu zeigen, wie weit die Vorbereitungen für eine grundlegende Programmrenovierung bereits gewesen seien. Den Vorwurf der Untätigkeit wies Conrad dabei vehement zurück: Noch zwei Stunden bevor ihm der RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler mitgeteilt habe, "dass er sich das alles völlig anders vorgestellt hat", habe er in einer Sitzung 25 neue Programme abgesegnet. Zeilers Unzufriedenheit mit seiner Arbeit kann Conrad nicht verstehen: Er habe Zeiler in diesem Jahr nur zweimal gesehen, über Programmentscheidungen habe man nicht gesprochen. Seine konkreten Pläne hätte er Zeiler aber jederzeit offen gelegt: "Der Gerhard Zeiler hätte mich doch nur danach fragen brauchen, ich hätte ihm das alles zeigen können." Zugleich wehrt sich Conrad gegen die Vorwürfe, er habe zu lange über seine Strategie geschwiegen: "Ich bin kein Aufschneider, der halbgares Zeug verkündet." Es brauche eben ausreichend Zeit, eine umfassende Programmstrategie für den marktführenden Privatsender zu entwickeln: "Wenn das jemand schneller kann als ich, dann ist er entweder ein Fernsehgott oder ein Blender", so Conrad.