Ratiopharm-Chef erwartet verschärfte Konsolidierung in der deutschen Generika-Branche
Ratiopharm-Chef Claudio Albrecht erwartet nach der Übernahme seines Konkurrenten Hexal durch den Schweizer Pharmariesen Novartis eine verschärfte Konsoliderungswelle für die deutsche Generika-Branche. Die werde "nun erst richtig losgehen, und zwar mit erhöhtem Tempo", sagte Albrecht in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Mit steigenden Kosten wird Größe auch bei uns immer wichtiger. Das heißt: Weitere deutsche Generika-Hersteller werden wohl von global agierenden Pharmafirmen geschluckt werden." Für sein eigenes Unternehmen - Ratiopharm war bislang deutscher Marktführer im Geschäft mit sogenannten Nachahmer-Präparaten - sieht Albrecht dagegen keine Gefahr: "Zwar wären wir sicher eine attraktive Beute, haben aber auch keinerlei Druck, zu fusionieren." Das Unternehmen sei "nicht börsennotiert und daher vor Überraschungen sicher", so Albrecht zum SPIEGEL. Ein neuer großer Mitspieler wie Novartis könne sogar "von Vorteil sein", wenn es darum geht, die Interessen der Branche "gegenüber der Politik wirkungsvoller zu vertreten".