Absprache: Privatradios wollen Musiknachwuchs fördern - DER SPIEGEL
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Absprache Privatradios wollen Musiknachwuchs fördern

Bislang war der Weg ins Privatradio für Nachwuchsmusiker wie vernagelt. Jetzt haben sich die führenden Radiosender überraschend auf ein Konzept geeinigt, das gezielt mehr Lieder von Nachwuchsmusikern ins Programm bringen soll.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei einem bislang geheim gehaltenen Treffen vorvergangene Woche verabschiedete ein rundes Dutzend Programmdirektoren und Geschäftsführer der wichtigsten deutschen Privatstationen - darunter Antenne Bayern und Radio Hamburg - einen Vorschlag an die Plattenfirmen, wie jungen Talenten durch zeitgleiche, bundesweite Radioeinsätze zum Durchbruch verholfen werden könnte.

Bislang fehlte den regional zersplitterten privaten Radiosendern neben Struktur und Willen für solche Aktionen auch der finanzielle Anreiz. Diese Probleme scheinen gelöst: Die PR-Firma Kick-Media AG soll als Vermittler von den Plattenfirmen einen Pool von Nachwuchskünstlern einsammeln, über den dann ein dreiköpfiges, regelmäßig wechselndes Komitee von Programmdirektoren entscheidet. Die ausgewählten Neulinge sollen dann bei den teilnehmenden Stationen zeitgleich gespielt werden, im Gegenzug schalten die Plattenfirmen großzügig Werbung bei den Sendern. "Das könnte eine praktikable Lösung sein, die mit den emotionalen Befindlichkeiten zwischen Radio und Plattenfirmen aufräumt", sagt Stephan Schwenk, Geschäftsführer von Radio Hamburg.

Seit Jahren streiten sich Musikindustrie und Radiosender um die Förderung junger Talente. Die Plattenfirmen werfen dabei den Radiostationen vor, für die Krise der Musikindustrie mitverantwortlich zu sein, da neue und vor allem deutsche Künstler wie Silbermond anfangs nicht gespielt würden. Gleichzeitig lehnten die Musikfirmen es ab, für Einsätze im Radio zu bezahlen. Kick-Chef Goetz Elbertzhagen will in dieser Woche erste Gespräche mit den Plattenfirmen führen.