Telekom droht Anklage in der Immobilienaffäre/Vergleich abgelehnt
Im Ermittlungsverfahren um eine mögliche Fehlbewertung des Immobilienbestandes der Deutschen Telekom vor dem Börsengang hat der Bonner Oberstaatsanwalt Theodor Bosche einen weiteren Anlauf zu einer außergerichtlichen Einigung unternommen. Vor wenigen Tagen unterbreitete Bosche den Beschuldigten erneut den Vorschlag, das seit vier Jahren schwebende Ermittlungsverfahren gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen. Während Bosche vor knapp einem Jahr noch rund 20 Millionen Euro forderte, sei die Summe diesmal "deutlich geringer" ausgefallen, berichten Insider. Trotzdem willigten weder die Deutsche Telekom noch ihr ehemaliger Finanz-Vorstand Joachim Kröske bisher ein. Als Hauptbeschuldigte wollen sie eine gerichtliche Klärung, da es nach ihrer Ansicht in dem umstrittenen Bewertungsverfahren keine strafrechtlich relevanten Handlungen gegeben habe. Durch die Ablehnung der Beschuldigten wird der Staatsanwaltschaft kaum eine andere Möglichkeit bleiben, als in den nächsten Wochen die Anklageschrift bei Gericht einzureichen. Gut 80 Prozent des voluminösen Werkes, das auch Einfluss auf die Zivilklagen Tausender T-Aktionäre haben dürfte, sollen bereits fertig sein.