Hinterbliebene der deutschen Tsunami-Opfer empört über Behandlung durch das Auswärtige Amt - DER SPIEGEL
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Hinterbliebene der deutschen Tsunami-Opfer empört über Behandlung durch das Auswärtige Amt

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Südostasien-Touristen, die der Flutkatastrophe entkommen sind, haben sich über ihre Behandlung durch das Auswärtige Amt beschwert. Deutsche Botschaften in den betroffenen Ländern hatten den Reisenden in ihrer Notlage Geld, etwa für Kleidung und Telefonate, ausgelegt. Bereits einen Monat nach dem Tsunami wurden Überlebende aufgefordert, das Geld zurückzuzahlen. So erhielt eine Frau, deren Ehemann bei der Katastrophe ums Leben kam, einen Bescheid mit Datum vom 31. Januar der deutschen Vertretung in Bangkok. Sie solle, heißt es in dem Schreiben, die "Konsularhilfe in Höhe von 98,14 Euro" an die Bundeskasse Bonn überweisen. In ihrer Antwort an die Botschaft in Thailand drückt die Frau ihr "völliges Unverständnis über diese Rückforderung" aus. Das "erfahrene persönliche Leid" und "die entstehenden persönlichen großen Folgekosten" hätten sicherlich auch den Verzicht auf die Forderung ermöglicht, so die Überlebende. Einem Mann aus Baden-Württemberg wünschte der Konsularbeamte am Schluss des Zahlungsbescheids: "Ihnen und Ihrer Familie ein gesundes neues Jahr"; der Mann hat Tante und Onkel in der Flut verloren. Das Auswärtige Amt bedaure "die gedankenlose Verwendung dieser Standardformel", so ein Sprecher. Es handle sich bei den Schreiben um Ausnahmen, die meisten Hilfeempfänger seien von der Rückzahlpflicht befreit worden. Den vom Tsunami betroffenen Ländern hat die Bundesregierung im Januar die Rekordsumme von 500 Millionen Euro als Aufbauhilfe zugesagt.