Kultursenator Flierl täuscht Staatsministerin Weiss wegen "Palast der Republik"
Berlins Kultursenator Thomas Flierl (PDS) hat sich durch seinen Kampf um die Ruine des Palasts der Republik Krach mit der Bundesregierung eingehandelt, die weite Teile der Hauptstadtkultur finanziert. Um ein Projekt in dem Gebäude durchzusetzen, wurde Kulturstaatsministerin Christina Weiss von Flierl offenbar hinters Licht geführt. "Ich fühle mich getäuscht", sagte sie dem SPIEGEL. Der PDS-Mann hatte im Februar gleich mit zwei unkorrekten Angaben im Ausschuss des Hauptstadtkulturfonds einen Antrag der Stiftung Stadtmuseum Berlin durchgepaukt: In einer Ausstellung wollen die Museumsleute den Bau als "gelungene Verbindung von öffentlichem Kulturanspruch und privater Aneignung" würdigen. Mittelpunkt der Präsentation soll ein Palast-Mobile mit Originalutensilien werden. 300000 Euro soll der vom Bund finanzierte Hauptstadtkulturfonds dafür bereitstellen. Die Warnungen der Staatsministerin vor einer neuen Nostalgiewelle konterte Flierl mit dem Hinweis, für die Ausstellung sei eine Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung verabredet. Schriftlich teilte deren Präsident Thomas Krüger Weiss nun mit, dass sein Haus "zu keiner Zeit als Kooperationspartner" zur Verfügung gestanden habe. Ebenso falsch war Flierls Erklärung, das Deutsche Historische Museum habe seinen Alternativantrag für eine Ausstellung zur Palast-Geschichte zurückgezogen. Generaldirektor Hans Ottomeyer bezeichnet diese Darstellung als "bewusste Irreführung". Auf einer Sondersitzung des Hauptstadtkulturfonds will Weiss den Kultursenator zur Rede stellen. Flierl spricht von einem "Missverständnis".