Zwanzig Prozent des deutschen Waldes durch Wildverbiss geschädigt
Die Schäden durch Wildverbiss im deutschen Wald sind weit höher als bislang bekannt. Das ist das Ergebnis einer noch unveröffentlichten Untersuchung im Rahmen der neuen Bundeswaldinventur. Jeder fünfte Jungbaum wird demnach von Rehen und Hirschen verbissen - ein Befund, der selbst die Fachleute überrascht. Besonders stark geschädigt sind nachwachsende Laubbäume wie Eichen, Ahorne oder Birken, während junge Fichten und Kiefern viel seltener angeknabbert werden. Mit fatalen Folgen: Anstelle robuster Mischwälder entstehen Monokulturen aus Nadelbäumen, die besonders anfällig für Stürme und Schädlinge sind. Schon seit Jahren fordern Naturschützer und Waldbesitzer deshalb, die Rehe stärker zu bejagen. "Ganz wichtig wäre es auch, die unsinnige Fütterung des Wildes strikt zu verbieten", sagt Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland. "Dann greift wieder die natürliche Selektion, und die Überbevölkerung in den Wäldern nimmt ab." Doch daran haben viele Jäger kein Interesse: Sie halten die Bestände künstlich hoch, um möglichst viele Trophäenträger heranzuzüchten.