Zwei Drittel der Bundesbürger wollen Volkszählung
Zwei Drittel der deutschen Bundesbürger sind für eine neue Volkszählung. Das ergab eine Umfrage des Instituts TNS Infratest im Auftrag des SPIEGEL. Sogar unter den Anhängern der Grünen, deren Sympathisanten einst zu den engagierten Gegnern des Zensus zählten, befürworten 44 Prozent die umfassende Erhebung. Wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet, sind die Zahlen deutscher Behörden in Bezug auf Einwohner, Haushalte und Ausländer oft unzuverlässig. Die letzte Volkszählung in Westdeutschland gab es vor 18 Jahren, 24 Jahre sind es seit jener in der DDR. Laut der Präsidentin des baden-württembergischen Landesamtes für Statistik, Gisela Meister-Scheufelen, sei eine neue Zählung "aus fachlicher Sicht notwendig", um eine "solide Datenlage zu erreichen". Die rot-grüne Bundesregierung hingegen lehne millionenfache Interviews aus Kostengründen ab. Daher arbeiten das Bundesamt für Statistik und die statistischen Landesämter nach Angaben des SPIEGEL an einem sogenannten registergestützten Zensus, der mit bundesweit 336 Millionen Euro nur etwa ein Drittel einer herkömmlichen Volkszählung kosten soll. Dabei werden Daten aus vorhandenen Registern wie denen der Einwohnermeldeämter und der Bundesagentur für Arbeit zusammengeführt und dazu Fragebögen für separate Gebäude- und Wohnungszählungen verschickt. TNS Infratest befragte für den SPIEGEL 1000 Deutsche ab 18 Jahren im Zeitraum vom 15. bis 17. März.