Angebliches deutsches Entführungsopfer im Irak hatte Kontakte zu Berliner Botschaftsbesetzern - DER SPIEGEL
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Angebliches deutsches Entführungsopfer im Irak hatte Kontakte zu Berliner Botschaftsbesetzern

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Die angebliche Entführung eines Deutschen im Irak gibt der Bundesregierung Rätsel auf: Eine unbekannte Gruppe, die sich "Beschützer der Islam-Brigade" nennt, hatte diese Woche erklärt, sie habe einen deutschen Staatsbürger entführt. Die Geiselnehmer verlangten die Freilassung aller inhaftierten Muslime in Deutschland, zudem müsse die Sicherheitszusammenarbeit mit der irakischen Regierung eingestellt werden. Auf einem Video, das dem Bagdader Büro des US-Nachrichtenmagazins "Time" anonym zugespielt wurde, identifiziert sich die Geisel als Hassan al-Sajdi und bittet Bundeskanzler Gerhard Schröder um Hilfe. Als Ausweis hält der Mann ein Dokument in die Kamera, das wohl eine Bahncard aus dem Jahr 2003 ist. Nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hat Sajdi keinen deutschen Pass - wenngleich er während eines Aufenthalts in Deutschland einen Asylantrag stellte. Er soll vor Monaten freiwillig in seine Heimat zurückgekehrt sein. Seine Behauptung, dass er als Journalist für eine deutsche Redaktion arbeite, konnten Sicherheitsexperten zunächst nicht bestätigen. Sajdi war den Behörden allerdings schon früher aufgefallen, weil er offenbar Kontakt zu einer Gruppe von Rebellen um den Exil-Iraker Mithal al-Alusi hatte, die im August 2002 die irakische Botschaft in Berlin stürmte und die Diplomaten des Saddam-Regimes bedrohte. Der unbekannte Name der Entführer-Gruppe spricht gegen eine Beteiligung des Terrornetzwerks um Abu Mussab al-Sarkawi - es könnte den Entführern in Wahrheit auch um Geld gehen. Die deutsche Botschaft in Bagdad ist eingeschaltet.