Lufthansa hat Einwände gegen den geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens
Die Gegner einer Erweiterung des Frankfurter Flughafens (Fraport) erhalten neuerdings ungeahnte Unterstützung - von der Lufthansa, deren früherer Vorstandschef Jürgen Weber den Bau einer zusätzlichen Landebahn 1997 erst ins Rollen brachte. Auf der letzten Sitzung des Fraport-Aufsichtsrates am 21. März erfuhren die Kontrolleure von einem überraschenden Vorstoß der Lufthanseaten, der den umstrittenen Ausbau des Rhein-Main-Airports sogar torpedieren könnte. Wie Fraport-Vize Manfred Schölch sichtlich konsterniert berichtete, nutzt nach vielen Anwohnern und Bürgerinitiativen nun auch die Lufthansa ein seit Mitte Februar laufendes Einspruchsverfahren vor dem Regierungspräsidium Darmstadt, um massive Einwände gegen den geplanten Bau einer zusätzlichen Landebahn im Nordwesten des Airport-Geländes vorzubringen. In einem 450 Seiten starken Gutachten, das am 2. März, dem letzten Tag der Abgabefrist eingereicht wurde, üben die Airline-Manager heftige Kritik an der Planung der Fraport-Kollegen und bezweifeln deren Prognosen und Berechnungsmethoden. Sollten die Gerichte die Bedenken der Lufthansa-Manager teilen, muss das gesamte Planfeststellungsverfahren womöglich neu aufgerollt und die für 2009 vorgesehene Freigabe der neuen Bahn um Jahre verschoben werden. Kritische Aufsichtsräte argwöhnen schon, ihr wichtigster Kunde wolle den Ausbau bewusst verzögern, weil er nach dem Einstieg bei der Swiss neben Frankfurt und München in Zürich nun noch ein weiteres Drehkreuz mit Passagieren füttern muss. Ein Lufthansa- Sprecher weist den Verdacht zurück. Der Konzern wolle nur seine "Rechtsposition" sichern, um gegen das geplante Nachtflugverbot in Frankfurt vorgehen zu können.