ARD und ZDF streiten über die Berichterstattung zur Hochzeit von Charles und Camilla - DER SPIEGEL
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ARD und ZDF streiten über die Berichterstattung zur Hochzeit von Charles und Camilla

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Nicht sonderlich nachhaltig waren offenkundig die Ankündigungen des ARD-Vorsitzenden Thomas Gruber und des ZDF-Intendanten Markus Schächter, die beiden Anstalten würden sich künftig besser abstimmen und Parallelübertragungen von Großereignissen vermeiden. An diesem Freitag berichten ARD und ZDF parallel, live und von weitgehend denselben Schauplätzen über die Hochzeit von Prinz Charles und Camilla Parker Bowles, sogar der Sendezeitraum ist identisch: 13 bis 17 Uhr, wobei das Erste spätabends noch mit einer Zusammenfassung auf Sendung geht. Bei der ARD kommentiert, natürlich, Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert, unterstützt von drei Kollegen und mehreren Experten – darunter der Charles&Camilla- Biografin Penny Junor sowie Dickie Arbiter, einem ehemaligen Pressesekretär des Königshauses. Das ZDF bietet seine Adelsexperten Karen Webb, Norbert Lehmann sowie ihren Britannien-Korrespondenten Ruprecht Eser und einen mit Charles verwandten Preußen-Prinzen auf. Voriges Jahr hatten Zuschauer und Medienpolitiker nach entsprechenden Doppelversorgungen bei den königlichen Hochzeiten in Spanien und Dänemark die Material- und Sendezeitschlacht als Gebührenverschwendung kritisiert. „Wir haben der ARD die Koordination angeboten, aber sie verweigert sich“, sagt ZDF-Chefredakteur Niklaus Brender, der nach eigener Darstellung in der Sache bei der Programmkoordination der ARD in München vorgefühlt hatte. Dort wird bestätigt, dass Brender bei einem Spitzengespräch den Vorschlag gemacht habe, künftig alternierend über Adelshochzeiten zu berichten und man dies abgelehnt habe. „Beim Markenprodukt ‚Blaues Blut‘ war das Erste nun mal zuerst dran“, so ARD-Sprecher Rudi Küffner. Die Zuschauer müssen sich also auf die Fortsetzung des bizarren Programmkriegs der Öffentlich-Rechtlichen (SPIEGEL 4/2005) gefasst machen. „Ich kann nur hoffen, dass die ARD im Einstein-Jahr zur Vernunft kommt“, so ZDF-Mann Brender.