Kieler Koalitionsverhandlungen: Einigung über Jobabbau und Ladenschluss-Freigabe
Die geplante Große Koalition in Schleswig-Holstein will den Ladenschluss an Werktagen völlig freigeben, sobald der Bund die Voraussetzungen dafür geschaffen hat. An Sonntagen sollen zumindest in den Urlaubsregionen des nördlichsten Bundeslands deutlich großzügigere Regelungen für die Öffnung von Geschäften gelten als bisher. Das haben Vertreter beider Parteien in den Koalitionsgesprächen am Donnerstag ver-gangener Woche beschlossen. Darüber hinaus wollen die beiden künftigen Regierungsparteien - vor dem Hintergrund eines jetzt festgestellten Haushaltsloches von über einer Milliarde Euro in diesem Jahr - bis zu 2000 Jobs in der Verwaltung abbauen. Über die genaue Höhe der Stellenkürzung konnte allerdings noch keine Einigung erzielt werden. Außerdem ist eine Verlängerung der Arbeitszeit der beim Land beschäftigten Arbeitnehmer vorgesehen. Schleswig-Holstein ist eines der wenigen Länder, das für Angestellte im Öffentlichen Dienst bislang auf der 38,5-Stunden-Woche beharrt. Weitere Punkte der künftigen Koalitionäre: Sie wollen Infrastrukturprojekte schneller verwirklichen, konsequent EU- und Bundesfördermittel abrufen, Landesbeteiligungen verkaufen sowie Joint Ventures zwischen der Öffentlichen Hand und privaten Unternehmen erleichtern und fördern.