ARD-Sportschau bald ohne Fußball-Bundesliga?
Im Ringen um höhere Fernsehgelder erwägt die Fußball-Bundesliga einen Verzicht auf die Vermarktung ihrer Spiele in der ARD-"Sportschau". Bei internen Sondierungen über den künftigen Verkauf der TV-Rechte wurde in der Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Modell favorisiert, das dem Bezahlsender Premiere, der alle Spiele live zeigt, mehr Exklusivität zugesteht. Dies wäre nach Ansicht führender Bundesligafunktionäre gewährleistet, wenn die Zusammenfassungen der Samstagspiele im Free-TV zu einem deutlich späteren Zeitpunkt gesendet würden als bisher. Premiere-Chef Georg Kofler hat wiederholt die Bereitschaft signalisiert, für diesen Fall weitaus mehr als die derzeit jährlich 180 Millionen Euro zu zahlen. Der in der DFL-Geschäftsführung erörterte Plan sieht vor, dem ZDF die Free-TV-Erstverwertung für ein um 22 Uhr beginnendes "Sportstudio" anzubieten. Bei einer solchen Sendung, schätzen Ligamanager, seien 6 Millionen TV-Zuschauer zu erwarten. Derzeit zahlt das ZDF an die DFL pro Saison 15 Millionen, die ARD 65 Millionen Euro. Die Fernsehverträge laufen im Sommer 2006 aus. Bis Mai will DFL-Geschäftsführer Christian Seifert die Ausschreibungen für den Verkauf von Rechten für die anschließenden Spielzeiten vorlegen.