Krankenhauskonzerne schlagen Profit aus Zivildienstleistenden - DER SPIEGEL
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Krankenhauskonzerne schlagen Profit aus Zivildienstleistenden

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Privatisierungen im Gesundheitswesen haben für den Zivildienst fragwürdige Folgen. Nach dem Verkauf vieler kommunaler Hospitäler an börsennotierte Krankenhauskonzerne mehren nun Kriegsdienstverweigerer den Profit von Aktionären. Laut Vorschrift sollen Zivildienstleistende aber nur in Einrichtungen arbeiten, die "dem Allgemeinwohl dienen". Das sind, laut einschlägigem Kommentar, Institutionen, bei denen "die Erzielung von Gewinn gänzlich ausgeschlossen ist oder zumindest stark in den Hintergrund tritt". Das zuständige Bundesfamilienministerium der Sozialdemokratin Renate Schmidt sieht darin gleichwohl keinen Grund, die staatlich subventionierten Helfer aus Krankenhausaktiengesellschaften abzuziehen. Billigere Arbeitskräfte gibt es für die Konzerne wohl kaum: Als Sold erhält ein Zivi maximal 8,95 Euro - pro Tag. Ein Zivildienstleistender - insgesamt gibt es rund 90 000 - kostet pro Jahr etwa 15 000 Euro. Der "Arbeitgeber" zahlt davon aber weniger als die Hälfte, den Löwenanteil trägt der Staat. Als "Missbrauch von jungen Menschen und Steuergeldern" rügt deshalb die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen den Zivi-Einsatz bei profitorientierten Aktiengesellschaften wie dem schleswig-holsteinischen Klinikbetreiber Damp Holding AG (Gewinn 2003: 4,9 Millionen Euro) oder der Rhön-Klinikum AG. Diese kündigte vergangene Woche einen Jahresgewinn von 84 Millionen Euro an.