Neue Pannen um Europas teuerstes Rüstungsprojekt - DER SPIEGEL
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Neue Pannen um Europas teuerstes Rüstungsprojekt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Turbulent geht es wieder einmal beim teuersten Rüstungsprogramm Europas, dem Bau des Eurofighter, zu. So streiten die Partnerländer Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien neuerdings, mit welchen Bomben, Raketen und Marschflugkörpern die Kampfjets künftig ausgerüstet werden sollen - und wer für eventuell anfallende Mehrkosten aufkommen müsste. Erhebliche Schwierigkeiten bereitet zudem die Entwicklung der als "Hauptbewaffnung" vorgesehenen "Meteor"-Rakete, die gegnerische Flugzeuge in rund hundert Kilometer Abstand bekämpfen soll. Um eine Abhängigkeit von US-Waffen zu vermeiden, hatten die Europäer 2002 vereinbart, eine eigene Rakete zu entwickeln. Sie sollte ab 2012 verfügbar sein. Die technischen Probleme sind aber offenbar so groß, dass die Rüstungsabteilung des Bundesverteidigungsministeriums intern bereits angeregt hat, sich den Kauf einer USRakete als "Rückfallposition" offen zu halten. Immer weiter in Verzug kommt auch der bunkerbrechende Marschflugkörper "Taurus", mit dem die deutschen Eurofighter bestückt werden sollen. Weil die eigentlich zur endgültigen Abnahme einsatzreifer Flugkörper gedachten Tests im vorigen Jahr trotz mehrfacher Verschiebung fehlschlugen, muss die - auch an "Meteor" beteiligte - Rüstungsfirma EADS nacharbeiten. Die nächsten Probeschüsse können nun frühestens im September statt- finden. Berlin will insgesamt 180 Eurofighter kaufen, die - ohne Waffen - rund 15 Milliarden Euro kosten werden.